Die Karikatur als Standard

Wie sich unwissenschaftliche Traditionen in den modernen Wirtschaftswissenschaften halten können – und was dagegen zu tun ist

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Felix Schläpfer, 27. Juni 2011
Die Karikatur als Standard 2.76 5 38

Die Wirtschaftswissenschaften stehen heute in der Kritik. Im April 2011 hat eine Gruppe von Professoren an Universitäten in der Schweiz und Frankreich in der Zeitung Le Temps einen Aufruf publiziert, in dem die Verantwortlichen in der Lehre, Forschung und Praxis sowie in Verwaltung und Politik aufgefordert werden, die Wirtschaftswissenschaften, die dogmatisch und realitätsfern geworden seien, für einen Pluralismus der Denkansätze zu öffnen, damit sie ihre Aufgaben für das Gemeinwohl wieder erfüllen können. Viele weitere Wissenschaftler haben den Aufruf seither unterzeichnet.[ 1 ] Im Mai 2011 wurde eine neue globale Ökonomenvereinigung (World Economics Association) ins Leben gerufen, die eine realitätsnahe und pluralistische Wirtschaftswissenschaft vorantreiben will.[ 2 ]

Die Kritik ist zu begrüssen, aber sie geht zu wenig weit. Grundlegende methodologische Defizite des vorherrschenden Paradigmas, das an Universitäten und in politischen Beratungsgremien weiterhin ein Quasi-Monopol geniesst, werden bisher noch kaum angesprochen, auch nicht von profiliertesten Kritikern wie Joseph Stiglitz und Paul Krugman. Heute stellt sich auch die grundlegende Frage nach den wissenschaftlichen Standards und der wissenschaftlichen Kultur einer Disziplin, deren Vertreter so hartnäckig an widerlegbaren und längst widerlegten Hypothesen und Modellen festhielten, wie dies die Finanzkrise offenbarte.[ 3 ] Die Wirtschaftswissenschaft sieht sich dem Vorwurf gegenüber, weiterhin unwissenschaftliche Traditionen zu pflegen.

Die weitergehende Kritik wird von den meisten Wirtschaftswissenschaftlern bisher kategorisch zurückgewiesen. Dies oft mit einem doppelten Argument, dass theoretische Modelle zwangsläufig vereinfachen müssen und dass die kritisierten Modelle bloss eine Karikatur der modernen Wirtschaftswissenschaft seien. Was ist von der weitergehenden Kritik und den Entgegnungen darauf aus wissenschaftlicher Sicht zu halten? Die Frage ist auch politisch relevant, weil sie die Verantwortung staatlicher Institutionen tangiert: die Verantwortung der Universitätsleitungen, der Institutionen der Forschungsförderung und der politischen Instanzen, welche die Forschung und Lehre an den Hochschulen finanzieren und regulieren.

Was ist unwissenschaftlich an der modernen Wirtschaftswissenschaft?

Nach dem Verständnis anderer Wissenschaften, die sich mit beobachtbaren, messbaren Phänomenen befassen, weichen die Wirtschaftswissenschaften mit ihrem methodischen Vorgehen von der modernen wissenschaftlichen Methode ab. In den modernen empirischen Wissenschaften werden Modelle und Theorien entwickelt und unvoreingenommen getestet. Steht ein Modell mit einem beobachteten Phänomen, das es zu erklären gilt, im Widerspruch so wird es verworfen und durch ein anderes oder erweitertes Modell ersetzt. Die wissenschaftliche Methode kann als Zyklus aufgefasst werden, nach dem Modelle fortlaufend entwickelt, getestet und weiterentwickelt werden. Wesentlich ist dabei, dass jeweils ein Gültigkeitsbereich postuliert wird, da die betreffenden Modelle andernfalls gar nie gültig überprüft und allenfalls verworfen werden können. Die wissenschaftliche Gemeinschaft könnte sonst an jedem beliebigen Modell festhalten – mit dem Argument, dass es zwar nicht mit dem betrachteten Phänomen vereinbar sei, aber vielleicht in einem anderen Zusammenhang (oder auf einem anderen Planeten) gelte.

Die moderne Wirtschatswissenschaft, die heute ein Quasi-Monopol geniesst, geht anders vor. Die traditionellen Bausteine der Modelle sind praktisch unantastbar. Es gelten die „axiomatischen“ Annahmen, dass die Leute immer wissen, was sie wollen, ihre Umwelt „im Durchschnitt“ korrekt einschätzen und als unabhängige Individuen „rational“ ihre als gegeben betrachteten Ziele verfolgen. Höchst relevante und alltägliche Phänomene wie Imitation und Herdenverhalten werden damit zum vornherein ausgeblendet. Heute hört man zwar oft, dass die moderne „Verhaltensökonomie“ mit den traditionellen Annahmen aufräumt. Leider trifft das (bisher) nicht zu. Was heute unter dem Titel der Verhaltensökonomie in den Zeitschriften toleriert und als Beispiel für die Modernisierung der Disziplin angeführt wird, sind letztlich punktuelle Korrekturen. Mit der grundlegenden Unwissenschaftlichkeit der traditionellen Methodik in der Wirtschaftswissenschaft, die sich durch alle Lehrbücher und Lehrgänge zieht, räumt die Verhaltensökonomie nicht auf. Es entsteht vielmehr der Eindruck eines Kuhhandels: Wir tolerieren eure moderne Wissenschaft, wenn ihr unsere axiomatischen Traditionen nicht grundlegend in Frage stellt.

Um der Kritik an der Realitätsferne zu entgehen, haben sich in der Disziplin eine Reihe von weitergehenden problematischen Traditionen etabliert: (1) Man belässt es dabei, „allgemeine ökonomische Prinzipien“ zu postulieren, ohne sich darauf festzulegen, wo diese in der Realität genau gelten sollen.[ 4 ] (2) Überlegungen zur Realitätsnähe von theoretischen Modellen sind in Fachartikeln und Forschungsseminaren verpönt. (3) Ein unvoreingenommenes systematisches Testen und Verbessern der Standardmodelle findet nicht statt. Stattdessen geniessen nicht näher definierte „ökonomische Intuition“ (in der Wissenschaft) und „Erfahrung“ (in der Wirtschaftspolitik) ein hohes Ansehen. (4) Was die Wissenschaftlichkeit von Forschung, Lehre und Beratung ausmacht, wird nicht thematisiert und an den Hochschulen nicht vermittelt. Die meisten Ökonomen haben nur ganz vage Vorstellungen darüber. (5) Unter Ökonomen, die sich für methodologische Fragen besonders interessieren, ist immer noch die Ansicht verbreitet, dass man Modelle nicht anhand der Realitätsnähe ihrer Annahmen beurteilen soll.[ 5 ] Diese „Marotte“ Milton Friedmans, die sich im Mainstream der Ökonomen durchgesetzt hat, ist dem modernen Verständnis der empirischen Wissenschaften so diammetral entgegengesetzt, dass sie unter wissenschaftlich denkenden Ökonomen[ 6 ] und Wissenschaftlern aus anderen Disziplinen seit jeher nur ungläubiges Kopfschütteln auslöst.

Unwissenschaftliche Traditionen und wirtschaftspolitische Praxis

Eine prominente Folge dieser methodischen Eigenarten ist der Stellenwert von Standardmodellen, in denen Märkte als „effizient“ beschrieben werden – auch in der wirtschaftspolitischen Beratung. Der Gültigkeitsbereich dieser Modelle ist den erwähnten Traditionen entsprechend nie systematisch untersucht worden. So argumentierte der amerikanische Star-Wissenschaftler und Notenbankvorsteher Alan Greenspan vor der Finanzkrise anhand von anekdotischer Evidenz, die Immobilienmärkte seien effizient und eine Blase nationalen Ausmasses „höchst unwahrscheinlich“. Einen Handlungsbedarf gab es demnach nicht. Nach systematischen wissenschaftlichen Untersuchungen wurde schon gar nicht gefragt, so selbstverständlich und plausibel war die Argumentation für die meisten Ökonomen. Die falsche Einschätzung der Lage durch Ökonomen wie Alan Greenspan, auf die sich die Politik verliess, war damit ganz direkt eine Folge der unwissenschaftlichen Traditionen in der Wirtschaftswissenschaft.

Die Willkür in der Theoriebildung ermöglicht es zum Beispiel, staatliches Handeln durch eine „geeignete“ Wahl der Annahmen nach Belieben schlecht zu reden. Während „dem Markt“ an sich (ohne Angabe des Gültigkeitsbereichs) in den Lehrbüchern ein hohes Mass an Effizienz nachgesagt wird, heisst es in einem der weltweit und in der Schweiz meistverwendeten Lehrbücher der Ökonomie „Regierungen können die Marktergebnisse manchmal verbessern“.[ 7 ] Die Formulierung lässt unter Studierenden die Vorstellung entstehen, Märkte seien ein Naturphänomen, sodass „dem“ Marktgleichgewicht eine besondere Legitimation zukäme. Diese Vorstellung ist falsch. „Das“ Marktgleichgewicht gibt es nicht. Märkte sind gesellschaftliche Institutionen. Die resultierenden Mengen, die Preisen und die Verteilung der Güter sind nicht „natürlich“, sie werden sehr stark durch die geltenden Regeln des Marktes beeinflusst. Bei anderen Regeln würden andere Mengen, Preise und Verteilungen resultieren. Geeignete Regeln sind aber nicht nur nötig für eine faire Verteilung, sie sind auch die zentrale Voraussetzung für im ökonomischen Sinn effiziente Märkte.

Folge der willkürlichen Theoriebildung sind auch zahlreiche weitere unhaltbare Lehrbuchweisheiten, die sich so fest eingeschliffen haben, dass der Glaube an sie von Wirtschaftswissenschaftlern, die in der Praxis tätig sind, schlicht erwartet wird: Dass staatlich regulierte Minimallöhne die Arbeitslosigkeit erhöhen, dass Zölle und Importkontingente die Wohlfahrt von Ländern vermindern, oder dass Sozialhilfe in Form von freien Transfers (Barzahlung) allen anderen Formen von Transfers überlegen sind. Beispiele belegen längst, dass die Aussagen nicht generell zutreffen. Der Gültigkeitsbereich der zugrundeliegenden Modelle ist kaum untersucht worden. Dessen ungeachtet argumentiert der (bereits erwähnte) Lehrbuchautor, der in Harvard die Grundvorlesung in Volkswirtschaftslehre hält, auch nach der Finanzkrise, dass der Staat direkt aufgrund dieser und ähnlicher Dogmen handeln solle.[ 8 ]

Wie sich die unwissenschaftlichen Traditionen erhalten

Dass sich diese Abweichungen von wissenschatlichen Standards erhalten können, wird durch das Zusammenspiel von mehreren Faktoren begünstigt.

  1. Weite Bereiche der Wirtschaftsforschung und Wirtschaftstheorie sind nicht direkt kommerziell nutzbar. Im Gegensatz zu naturwissenschaftlicher Forschung gibt es kaum privatwirtschaftliche Anreize für gute wissenschaftliche Forschung. Im Gegenteil gibt es aber starke Anreize für Studien, die wenig wissenschaftlich sind, aber dafür umso geeigneter für wirtschaftspolitisches Lobbying. Im Gegensatz zu anderen Sozialwissenschaften, deren Studien weniger direkt politisch relevant sind, ist dieser negative Anreiz in den Wirtschaftswissenschaften besonders stark.
  2. Vorwürfe der Dogmatik und mangelnder Realitätsnähe werden mit einem bewährten Doppelspiel abgewehrt: Einerseits wird mit Hinweise auf die kritische Haltung von Nobelpreisträgern der letzten Jahre beteuert, dass die kritisierte Wirtschaftswissenschaft lediglich eine „Karikatur“ der modernen Wirtschaftswissenschaft sei. Gleichzeitig wird in Lehre und Forschung weitgehend an den Standardannahmen festgehalten und darauf verzichtet, deren Gültigkeitsbereich systematisch zu analysieren und alternative Modelle für die realen Fälle bereitzustellen, in denen die Standardannahmen nicht erfüllt sind. Wenn jährlich Millionen von Studierenden weltweit nur die Standardmodelle beigebracht werden, dann greifen diese als Beamte und Politiker später notgedrungen auf diese Modelle zurück (umso mehr, als gewichtige wirtschaftliche Interessen mit diesen Modellen ganz gut bedient sind). Die Karikatur bleibt erhalten als Standard in der Forschung und als Leitlinie der Wirtschaftspolitik.
  3. Die monopolartige Vorherrschaft der Standardmodelle wird innerhalb der hierarchischen Strukturen in der wissenschaftlichen Gemeinschaft über das zirkuläre Verdienstsystem durchgesetzt: Ansehen geniesst, und Forschungsgelder erhält, wer in den angesehenen Mainstream-Zeitschriften publiziert. Umgekehrt muss man, um in diesen Zeitschriften zu publizieren, die methodologischen Traditionen dieser Zeitschriften übernehmen. Wer sich nicht an diese methodologischen Traditionen hält, hat wenig Aussicht auf Publikation in den zentralen Organen der Wirtschaftswissenschaft. Wie interessant die Artikel sind und wie oft sie (auch ausserhalb der Mainstream-Zeitschriften) zitiert werden, spielt hingegen kaum eine Rolle für die Beurteilung der Forschenden. Damit wird die Durchbrechung des zirkulären Beurteilungssystems durch innovative Forscher, die mit unwissenschaftlichen Traditionen aufräumen, wirksam unterbunden.
  4. Die Universitätsleitungen und die nationalen Institutionen der Forschungsförderung betrachten sich nicht verantwortlich als dafür, die wissenschaftliche Kultur in Lehre und Forschung innerhalb der Disziplinen zu überwachen. Es gilt der Grundsatz der wissenschaftlichen Selbstverwaltung innerhalb der Disziplinen. Es gibt damit, zumindest in der Schweiz, keine wissenschaftliche Instanz, die dafür zuständig wäre, die Sachlage zu überprüfen und notfalls einzugreifen, wenn sich innerhalb einer wissenschaftlichen Disziplin nach gängigen Kriterien unwissenschaftliche methodologische Traditionen herausbilden oder erhalten, so wie dies in der Wirtschaftswissenschaft heute der Fall ist.

Schlussfolgerung

Jeder einzelne Forschende und Lehrende ist gleichzeitig Opfer und Verursacher eines umfassenden wissenschaftlichen Systemversagens. Die Verantwortlichkeiten sind im Wissenschaftssystem so verteilt, dass es kaum möglich ist, einzelne Personen für die unwissenschaftlichen Traditionen verantwortlich zu machen. Ein einzelner Forschender oder Dozent kann kaum aus den disziplinären Traditionen ausbrechen, ohne seine wirtschaftliche Existenz zu gefährden. Weil die Universitätsleitungen, Nationalfonds-Leitungen und Ombudsstellen offenbar nicht von sich aus bereit sind, die wissenschaftlichen Standards innerhalb einzelner Disziplinen zu überwachen, kann letzlich nur die Politik etwas verändern. Die politischen Instanzen von Bund und Kantonen, welche die wirtschaftswissenschaftliche Forschung und Lehre finanzieren, sind aufgerufen, den Vorwürfen an die Adresse der Wirtschaftswissenschaften nachzugehen. Sie könnten in einem ersten Schritt dem Nationalfonds oder der zuständigen wissenschaftlichen Akademie den Auftrag geben, die Wissenschaftlichkeit der Wirtschaftswissenschaften von einer unabhängigen Instanz überprüfen zu lassen.

Ohne eine offene Diskussion und Aufarbeitung der wissenschaftlichen Defizite in der traditionellen Forschung, Lehre und Praxis wird es für die wissenschaftliche Gemeinschaft kaum möglich sein, die unwissenschaftlichen Traditionen hinter sich zu lassen.


  • 1  Le Temps, 6. April 2011, S. 16.
  • 2  http://www.worldeconomicsassociation.org/
  • 3  Vgl. z.B. Krugman, P., New York Times Magazin, 2 September 2009.
  • 4  S. Beispiele unter www.scientificeconomics.ch/lehre (aufgerufen am 17.6. 2011)
  • 5  Friedman, M. 1953. The methodology of positive economics. In: Essays in positive economics. University of Chicago Press.
  • 6  Simon, H. 1959. Theories of decision making in economics and behavioral science. American Economic Review 49, 253 -283.
  • 7  Mankiw, G. Grundzüge der Volkswirtschaftslehre, Schäffer (versch. Auflagen).
  • 8  http://gregmankiw.blogspot.com/2009/02/news-flash-economists-agree.html (aufgerufen am 17.6. 2011)

©KOF ETH Zürich, 27. Jun. 2011

 
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Kommentare

Dieser Artikel hat 3 Kommentare.
  • Unwissenschaftlich?

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    Wer anderen der Unwissenschaftlichkeit bezichtigt, sollte mindestens selber ein Mindestmass an wissenschaftlicher Argumentation zeigen. Doch davon ist im Beitrag von Felix Schläpfer kaum etwas zu spüren.
    Es steht der Ökonomenzunft durchaus gut an, die Publikationsstrategien des Faches und vor allem die wirtschaftspolitische Relevanz der Forschungsfragen kritisch zu hinterfragen. Die vom Autor eingangs erwähnten Initianten des Aufrufs haben genau dies versucht (für alle Interessierten ohne le Temps Abonnement: http://www.responsiblefinance.ch/aufruf/). Der Beitrag von Felix Schläpfer taugt als Diskussionsgrundlage allerdings nicht dazu. Für die vielfältigen und teilweise unverständlichen Thesen gibt der Autor keinerlei empirische Evidenz. Und dies obwohl er in jedem Abschnitt die fehlende empirische Relevanz der heutigen ökonomischen Forschung beklagt. Sämtliche zitierte "Beweise" für angebliche Dogmen (Mindestlöhne, Wirkung von Zöllen, Sozialtransfers) wurden auch von angesehenen Ökonomen durchaus kontrovers diskutiert (als Beispiel sei die Mindestlohndebatte ausgelöst durch die Studie von Card und Krueger erwähnt ("Minimum Wages and Employment: A Case Study of the Fast-Food Industry in New Jersey and Pennsylvania," American Economic Review, Volume 84, (1994) angeführt). Für andere Beispiele verweist der Autor auf eine vom Namen her allgemeine Webseite, die in Wirklichkeit von ihm alleine beschrieben und unterhalten wird.

    Ich finde diesen Beitrag - als einigen Aspekten des Wissenschaftsbetriebs durchaus kritisch eingestellte Person - einer offenen Diskussion nicht zuträglich. Ach ja, es heisst le Temps (und nicht le Temp).

  • Karikatur und Standard

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    Der Kommentar von Frau Bütler bestätigt die These: Es wird argumentiert, dass die kritisierten Modelle bloss eine Karikatur der modernen Wirtschaftswissenschaft seien. Gleichzeitig hält man an den Standardlehrbüchern fest, welche die Karikatur weiter verbreiten. Die Webseite http://scientificeconomics.ch/ dokumentiert anhand von Textbeispielen (aus Mankiw/Taylor, Samuelson/Nordhaus etc.) wie diese Lehrbücher zu unwissenschaftlichem Denken anleiten.

  • Nicht nur Wirtschaftswissenschaften

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    Ich als Laie, also Nichtakademiker, würde behaupten wollen, dass die Problematik einer gewissen Abneigung gegen Fremdmeinungen nicht nur auf die Wirtschaftswissenschaften zutrifft.
    Viele heute in der Medizin anerkannten und gängigen Vorgehensweisen waren irgendwann "neu", aber auch seinerzeit wurden die Verfechter des Besseren/Richtigeren gerade von der eigenen Zunft milde belächelt und mehr.

    Es ist wohl in allen wissenschaftlichen Bereichen so, dass die Menschen allem, worauf sie nicht selber gekommen sind, einen natürlichen Widerstand entgegen bringen.

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Autor

Felix Schläpfer

Felix Schläpfer

Schlagworte

Forschung, Lehre, Methodik, Praxis, Wissenschaft

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