Leidet die Schweiz an der Holländischen Krankheit?

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Boris Zürcher, 3. Aug. 2012
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Als in den 1960er-Jahren in den Niederlanden das Groningen-Erdgasfeld entdeckt wurde, löste dies einen Investitions- und Exportboom sowie einen erheblichem Kapitalzufluss in Form von Direktinvestitionen aus, der die gesamte Wirtschaft zu beflügeln versprach. Der dadurch verursachte Strukturwandel stellte die niederländische Wirtschaft jedoch vor grosse Herausforderungen und zeitigte insbesondere für den Industriesektor negative Auswirkungen. Es kam zu einem Abbau industrieller Arbeitsplätze und zu einer eigentlichen Deindustrialisierung. Der Economist prägte damals für diese Entwicklung den Begriff der Dutch Disease, der Holländischen Krankheit. Damit sollte ausgedrückt werden, dass eine an sich segensreiche Entwicklung – nämlich steigende Einkommen infolge steigender Exporterlöse – im Inland ambivalente Strukturverschiebungen bewirken kann.[ 1 ]

Das Phänomen der Holländischen Krankheit bietet im Zusammenhang mit der Frage nach der Zukunft des Schweizer Industriestandortes einen zweckmässigen Analyserahmen. Denn im Vordergrund stehen weniger konjunkturelle Entwicklungen, als vielmehr die mittel- bis längerfristigen Treiber einer allfälligen Deindustrialisierung. Im Folgenden wird deshalb zuerst das der Holländischen Krankheit zugrunde liegende 3-Sektoren-Modell kurz erläutert. Anschliessend werden die relevanten Wirkungszusammenhänge und Konsequenzen aufgezeigt, welche ein boomender Sektor auf die übrigen Teile der Wirtschaft haben kann. In einem zweiten Schritt wird mittels Analogieschluss der Frage nachgegangen, ob die Schweizer Wirtschaft ähnliche Züge aufweist, wie damals die Niederlande. Anstelle des Erdgassektors tritt in der Schweiz dabei der Finanzsektor. Es zeigt sich, dass die Schweizer Wirtschaft bislang keine nennenswerten, für eine Dutch Disease charakteristischen Entwicklungen durchlaufen hat, obschon verschiedene strukturelle Voraussetzungen dafür eigentlich gegeben sind. Von Interesse ist dann, weshalb die Schweizer Wirtschaft davon verschont blieb. Die Antwort darauf erlaubt es schliesslich, wirtschaftspolitische Empfehlungen abzuleiten.

Ein einfaches 3-Sektoren-Modell

Das zur Analyse der Dutch Disease verwendete Modell geht auf die beiden Ökonomen Max Corden und Peter Neary (CORDON & NEARY 1982; CORDEN 1984) zurück. Es baut auf einem einfachen 3-Sektoren-Modell auf, das aus einem binnenorientierten Sektor, einem Industriesektor und einem sogenannt boomenden Sektor besteht:

  • Der binnenorientierte Wirtschaftssektor stellt international nicht handelbare Güter und Dienstleistungen her. Dazu zählen landwirtschaftliche Güter, die Bauwirtschaft, persönliche Dienstleistungen, das Gesundheitswesen und andere vom internationalen Markt abgeschottete Bereiche sowie der Staat und die staatsnahen Unternehmen.
  • Der exportorientierte Sektor stellt international handelbare Güter und Dienstleistungen her. Darunter werden die Branchen und Unternehmen subsumiert, die exportieren oder Importkonkurrenz ausgesetzt sind. Konkret handelt es sich dabei um die MEM-Branchen, die Pharma- und chemische Industrie, grosse Teile des Verarbeitenden Gewerbes, die Branche der Uhren und Präzisionsinstrumente, aber auch gewisse Teile der Tourismusbranche. Der Einfachheit halber wird im Folgenden nur noch vom Industriesektor gesprochen.
  • Der boomende Sektor schliesslich stellt ebenfalls international handelbare Güter oder Dienstleistungen her. Dies kann etwa Rohstoffe oder Energieträger wie Erdgas oder Erdöl umfassen; es können aber auch spezielle Dienstleistungen sein, wie die Finanzdienstleistungen im Fall der Schweiz oder Grossbritanniens. Wichtig ist, dass der dritte Sektor in dieser Betrachtung boomt, also letztlich schneller als die übrigen Sektoren wächst. Die Gründe für die plötzliche Expansion dieses Sektors sind im Modell nicht weiter ausgeführt. Es wird folglich unterstellt, dass der Boom durch exogene Umstände getrieben wird.

Der boomende Sektor generiert über einen starken Zuwachs der Exporterlöse gesamtwirtschaftliches Wachstum und steigende Einkommen im Inland. Begleitet wird dies von einem signifikanten Zufluss ausländischen Kapitals.[ 2 ] Die zentrale Frage ist nun, wie die übrigen Sektoren auf diese Expansion reagieren. Zu den Hauptergebnissen zählt, dass der boomende Sektor einerseits auf den Faktormärkten zunehmend zum Industriesektor in Konkurrenz tritt und andererseits eine reale Aufwertung verursacht, welche wiederum die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Industrie verringert. Beides führt zu einer Erosion der Margen beziehungsweise zu einer sinkenden Profitabilität des Industriesektors, was bis zum Marktaustritt oder zur Abwanderung von Industrieunternehmen an kostengünstigere Standorte führen kann – mithin also zu einer Deindustrialisierung.

Die Wirkungszusammenhänge

Der binnenorientierte Sektor profitiert von der mit steigenden Einkommen verbundenen Zunahme der Nachfrage und kann daher auch die Preise und Löhne erhöhen. Demgegenüber hat der Exportsektor aufgrund der internationalen Konkurrenz beim Preissetzungsverhalten keinen Spielraum und wird deshalb vom steigenden Einkommen vergleichsweise weniger profitieren. Dies verursacht einen Anstieg der relativen Preise von nicht gehandelten zu gehandelten Gütern und Dienstleistungen – letztlich also eine reale Aufwertung, die auch als Balassa-Samuelson-Effekt bekannt ist. Zwar profitieren die Konsumenten, indem sie günstiger importieren können. Gleichzeitig gerät aber die Profitabilität der exportorientierten oder der Importkonkurrenz unterliegenden Unternehmen unter Druck.

Der boomende Sektor fragt in Konkurrenz zum Industriesektor mehr qualifizierte Arbeitskräfte nach. Die Löhne im boomenden Sektor steigen schneller als im Industriesektor. Damit der Industriesektor um das knappe Humankapital konkurrenzfähig bleibt, muss er mitziehen. Da ferner der boomende Sektor vermehrt Güter und Dienstleistungen vom binnenorientierten Sektor bezieht, verschieben sich die relativen Preise weiter zu Ungunsten des Industriesektors. In die gleiche Richtung wirkt der Staat, der aufgrund des Einkommenszuwachses höhere Steuereinnahmen erzielt und deshalb expandiert sowie gleichzeitig in der Tendenz mehr Güter und Dienstleistungen aus dem binnenorientierten Sektor konsumiert.

Wir haben es demnach mit zwei Wirkungszusammenhängen zu tun: die sich zu Ungunsten der Industrie verschiebenden relativen Preise – d.h. die reale Aufwertung – einerseits und die sinkende Profitabilität der Industrie andererseits. Bei beiden wurde bis jetzt unterstellt, dass auf den Faktormärkten vollkommene Konkurrenz herrscht sowie Löhne und Preise flexibel reagieren. Gilt dies jedoch nicht, wovon realistischerweise ausgegangen werden muss, kann das Wachstum des boomenden Sektors sogar rezessive Tendenzen auslösen.

Zwar übt der boomende Sektor aufgrund der steigenden Inlandnachfrage einen Aufwärtsdruck auf das Preisniveau aus. Inflation bedingt jedoch, dass die Geldpolitik entsprechend akkomodierend auf den zusätzlichen Einkommenszuwachs reagiert. Tut sie dies nicht oder nur unzureichend, so hat dies unter einem Regime flexibler Wechselkurse eine Aufwertung der Landeswährung zur Folge und wirkt im Inland tendenziell deflationär auf die Preise und Löhne. Wenn die Preise und Löhne nach unten starr sind, führt dies zu einem Rückgang der Beschäftigung beziehungsweise einem Anstieg der

Die Analogie zur Schweizer Situation und stilisierte Fakten

Für den Fall der Niederlande sind die oben skizzierten Wirkungszusammenhänge gut dokumentiert. Das Resultat der Entdeckung grosser Erdgasvorkommen bewirkte dort einen Deindustrialisierungsschub. Traditionsreiche Industrieunternehmen mussten angesichts der raschen und starken Aufwertung des Guldens um ihr Überleben kämpfen. Aktuell findet sich im Gefolge des anhaltenden weltweiten Rohstoffbooms eine ähnliche Konstellation in Australien (CORDEN 2012).

Auch in weniger entwickelten Ländern finden sich Elemente der Holländischen Krankheit, etwa wenn die Ausbeutung grosser Rohstoffvorkommen die angestrebte Industrialisierung behindert. Gerade im Zuge der Finanzmarktkrise wurde das Modell verschiedentlich auf Situationen angewendet, bei denen es nicht um die Entdeckung oder Ausbeutung grosser Rohstoffvorkommen geht. Zu nennen ist hier der starke Zustrom von Direktinvestitionen in Irland und die damit einhergehenden Zunahme der Exporterlöse bis 2007 oder die rasche Expansion des Finanzsektors auf den Britischen Inseln (siehe LAIDLER 2008).

Für die Schweiz kann die Analogie des Finanzsektors (und hier insbesondere in der Vermögensverwaltung) zur Entdeckung grosser Erdgasvorkommen in den Niederlanden leicht hergeleitet werden – nicht nur, weil Geld flüchtig ist und so gewisse Ähnlichkeiten mit Erdgas aufweist. Wie bereits erwähnt ist im Modell entscheidend, dass der dritte Sektor schneller wächst als der Rest der Wirtschaft, hohe Exporterlöse erzielt und signifikante Kapitalzuflüsse auslöst. Dies alles trifft auf den Finanzsektor der Schweiz und insbesondere auf die Vermögensverwaltung zu.[ 3 ]

Unbestritten dürfte sein, dass der Finanzsektor über die vergangenen Dekaden einen Boom erlebt hat (siehe Abbildung 1). Der Schweizer Finanzsektor hat im Gefolge der finanziellen Globalisierung – also der Aufhebung von Kapitalverkehrskontrollen und der internationalen Öffnung der Kapitalmärkte – besonders profitieren können (siehe Seco 2006).Dabei ist auch die besondere Rolle der Vermögensverwaltung in Verbindung mit dem Bankkundengeheimnis zu erwähnen. Sichtbar wurde der relative Erfolg des Finanzsektors etwa in Form hoher Gewinne und Durchschnittsgehälter. Als Folge davon dürfte die gesamtwirtschaftliche Ressourcenallokation zweifellos zugunsten des Finanzsektors verzerrt gewesen sein.

Abbildung 1: Entwicklung reale Bruttowertschöpfung 1980–2011, Index 1980 = 100

<p><em>Quelle: Seco, BAKBASEL</em></p>

Quelle: Seco, BAKBASEL

Erwähnenswert ist dabei auch der segensreiche Effekt des Finanzsektorbooms auf die Staatskassen auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene. Seit jeher dürfte zudem der relativ grosse Finanzsektor in der Schweiz einerseits von der Frankenaufwertung profitieren und andererseits diese weiter antreiben. Faktisch kann seit dem Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems eine trendmässige Aufwertung des Frankens von rund 0,5% jährlich auf realer und handelsgewichteter Basis beobachtet werden. Schliesslich bildet die Industrie die Exportbasis der Schweiz mit Exportanteilen der Chemie/Pharma sowie der MEM-Branchen von je weit über 50%. Insgesamt finden sich also zahlreiche Parallelen der Schweizer Realität zum oben skizzierten Modell, das der Erklärung der Holländischen Krankheit zugrunde liegt.

Abbildung 2: Betroffenheit durch Frankenaufwertung aufgrund der Aussenhandelsverflechtung

<p><em>Bemerkung: Der Indikator gibt die Differenz an zwischen dem Anteil 
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Gesamtkosten. Es wird angenommen, dass Schweizer Unternehmen Preisnehmer
 sind und die Fakturierung in Fremdw&auml;hrung erfolgt.<br />Quelle: BAKBASEL</em></p>

Bemerkung: Der Indikator gibt die Differenz an zwischen dem Anteil Exporte am Gesamterlös und dem Anteil importierter Vorleistungen an den Gesamtkosten. Es wird angenommen, dass Schweizer Unternehmen Preisnehmer sind und die Fakturierung in Fremdwährung erfolgt.
Quelle: BAKBASEL

Was ist zu tun?

Obwohl gemäss dem skizzierten Modell die Voraussetzungen für eine Deindustrialisierung grundsätzlich gegeben sind, zählt die Schweiz weiterhin zu den Ländern mit der höchsten industriellen Wertschöpfung pro Kopf der Bevölkerung aller OECD-Länder (siehe Abbildung 3).

Abbildung 3: Nominale industrielle Wertschöpfung pro Kopf der Bevölkerung, in EUR, 2011

<p><em>Quelle: BAKBASEL</em></p>

Quelle: BAKBASEL

Offenbar konnte die Schweizer Wirtschaft den geschilderten Strukturwandel insgesamt gut bewältigen. Der an sich positive Strukturwandel schlug folglich nicht in eine Deindustrialisierung um. Woran liegt das? Ohne Anspruch auf Vollständigkeit sollen hier ein paar wichtige Gründe genannt werden:

  • Die Wirtschaftspolitik hat nie getan, was aufgrund des latenten Drucks auf die Industrie naheliegend wäre, nämlich diese mittels einer spezifischen Industriepolitik zu stützen. Dies hatte bislang den Vorteil, dass innerhalb des Industriesektors die notwendigen Anpassungsprozesse erfolgten und sich die Industrie in Richtung höherer Wertschöpfungserbringungen weiter entwickeln konnte.
  • Zur Abwesenheit einer expliziten Industriepolitik kommt ein im Urteil führender Experten sehr flexibler Arbeitsmarkt hinzu. Auch dieser bildet eine wichtige Voraussetzung dafür, dass der Strukturwandel effizient erfolgen kann.
  • Die Geldpolitik hat flexiblen Wechselkursen stets den Vorrang eingeräumt. Sie hat sich aber auch nicht gescheut, im Sinne einer ultima ratio den Franken wenn nötig zu schwächen, wie dies gegenwärtig wieder der Fall ist. Damit wurde ein allenfalls ineffizienter – im Sinne von überschiessender – Strukturwandel im Industriesektor vermieden.
  • Der Industriesektor selber hat sich an die trendmässige Höherbewertung des Frankens gewöhnt und sich entsprechend auf den Innovations- und Qualitätswettbewerb spezialisiert, während er dem reinen Preis- und Kostenwettbewerb tendenziell ausgewichen ist. Dass die Industrie im Innovations- und Qualitätswettbewerb zu bestehen vermag, liegt auch daran, dass die Schweiz ein effizientes Bildungs- und Innovationssystem aufgebaut hat, in dem die Unternehmen selbst wesentliche Investitionen in F&E finanzieren und sich im spezifischen dualen Bildungssystem engagieren.
  • Ein wichtiger Punkt betrifft die Offenheit der Märkte. Hier hat die Wirtschaftspolitik im Gefolge der sich intensivierenden Globalisierung die Weichen richtig gestellt, indem in der Schweiz nicht die Märkte nur für Güter und Dienstleistungen weiter geöffnet wurden, sondern auch die Faktormärkte. Dies gilt insbesondere für das Personenfreizügigkeitsabkommen. Gut bis sehr gut qualifizierte Arbeitskräfte bilden in beiden exportorientierten Sektoren den zentralen Produktionsfaktor. Im Industriesektor ist dies umso wichtiger, als dieser ja im Innovationswettbewerb bestehen soll. Durch die Öffnung des Arbeitsmarktes via Personenfreizügigkeitsabkommen hat die Industrie die Möglichkeit erhalten, qualifizierte Arbeitskräfte auch ausserhalb der Schweiz zu rekrutieren. Sie konnte so den Lohndruck wesentlich mildern und ihre Profitabilität halten.
  • Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft die Eindämmung der Staatstätigkeit. Viele Analysen der Holländischen Krankheit sehen als zentralen Grund für den wirtschaftlichen Abschwung im Gefolge der Entdeckung von Erdgas in den Niederlanden den allmählich überbordenden Staat sowie das damit einhergehende Rent seeking. In der Schweiz existiert mit der Schuldenbremse ein wichtiges Instrument zur Stabilisierung der Staatstätigkeit. Mit dem föderalistischen Steuerwettbewerb wird einem Überborden des Staates auch auf den unteren Ebenen Einhalt geboten.

Gelingt es, diese Faktoren zu erhalten oder sogar zu stärken, besteht wenig Grund zur Annahme, dass in der Schweiz ein weiterer gravierender Deindustrialisierungsschub zu befürchten ist, umso mehr, als der boomende Sektor in der Schweiz eher eine Redimensionierung erfahren wird. Dies wird zwar andere, nicht minder grosse Probleme aufwerfen, dürfte aber der Industrie im Gegenzug Luft verschaffen.

Literatur

CORDEN, MAX W. AND J. PETER NEARY (1982): Booming Sector and De-Industrialisation in a Small Open Economy. The Economic Journal 92.

CORDEN, MAX W. (1984): Booming Sector and Dutch Disease Economics: Survey and Consolidation. Oxford Economic Papers 36.

CORDEN, MAX W. (2012): The Dutch Disease in Australia: Policy Options for a Three-Speed Economy[ a ]. Melbourne Institute Working Paper Series. Working Paper No. 5/12.

LAIDLER, DAVID (2008): The Dutch Disease - Notes by a Monetary Economist[ b ]. Mimeo.

Seco (2006): Einige Merkmale der Wertschöpfung im Finanzsektor[ c ]. Konjunkturtendenzen Winter 2006/2007. Bern.


  • 1  Dieser Beitrag ist erstmals in Die Volkswirtschaft, Das Magazin für Wirtschaftspolitik, Ausgabe 7/8 2012, erschienen.
  • 2  Im Originalmodell fliesst das Kapital in Form von Direktinvestitionen in den boomenden Sektor und bewirkt damit eine Aufwertung der Landeswährung.
  • 3  Die Vermögensverwaltung wirkt wie ein Durchlauferhitzer, indem einerseits viel Kapital in die Schweiz strömt, beziehungsweise eine hohe Nachfrage nach Franken auslöst und andererseits das Kapital wieder im Ausland angelegt wird. Dabei bleibt ein gewisser Teil in der Schweiz hängen und bewirkt dadurch den positiven Einkommenseffekt. Würden die Anlagen nicht wieder ins Ausland zurückfliessen, würde im Inland die Inflation zweifellos stark anziehen oder der Franken würde noch stärker aufwerten.

©KOF ETH Zürich, 3. Aug. 2012

 
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Autor

Boris Zürcher

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Schlagworte

Deindustrialisierung, Finanzsektor, Frankenstärke, Holländische-Krankheit

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